HOPE – Ausstellungskatalog

 

Limitierte Non-Profit-Edition 2.000 Exemplare
140 Seiten im Format 230x320mm gedruckt in Novaton
ISBN 978-3-00-052673-2

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Ein Vorwort von Gisela Wirtgen

 

Der Besuch unserer philippinischen Hilfsprojekte, gemeinsam mit dem Fotografen Alexander von Wiedenbeck, war für mich so etwas wie eine Reise zu den Anfängen unserer Aktionsgruppe „Kinder in Not“. Ich erinnere mich noch gut an einen unserer ersten Abende in Cebu City. Den ganzen Tag waren wir auf den Müllkippen und Friedhöfen der Stadt unterwegs gewesen, hatten die Not und das Elend der dort lebenden Kinder gesehen, waren mit der Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit in ihrem Dasein konfrontiert worden. An diesem Abend fragte Alexander mich, ob man hier überhaupt helfen kann. Genau diese Frage hatte ich mir vor 34 Jahren auch gestellt.

 

Als ich Anfang der 80er Jahre einen Bittbrief von einem philippinischen Pater erhielt, ahnte ich nicht, dass dieser Hilferuf mein ganzes Leben verändern würde. Ich reiste damals auf die Insel Cebu, um mir einen Eindruck von der dortigen Situation zu verschaffen. Das Bild eines von Rattenbissen entstellten kleinen Babys, in einer halb verfallenen Nipa-Hütte, brannte sich tief in mein Gedächtnis ein. Was dann, zurück in Deutschland, zunächst als kleine, private Hilfsinitiative begann, ist im Laufe der Jahre zu einer großen Organisation herangewachsen.

 

Die Reise mit Alexander endete in der kleinen Provinzgemeinde Alegria, in der meine Arbeit damals begann. Ich sah das Leuchten in Alexanders Augen, als wir von über 800 Schülerinnen und Schülern unserer St. Peter Academy freudestrahlend empfangen wurden; als Mütter mit ihren Kindern, denen in unserem Krankenhaus geholfen worden war, uns dankbar begrüßten; als die Farmer uns stolz ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse präsentierten; als die Familien in unseren Gesundheitszentren und Vorschulen in den Bergregionen zusammenströmten. Ich denke spätestens hier wurde Alexander bewusst, was man mit den Mitteln der Spender alles bewirken kann.

 

Die Fotos, die während unserer gemeinsamen Reise entstanden sind, verdeutlichen sehr eindrucksvoll, wie viel es noch zu tun gibt. Sie zeigen Kinder, die zwischen den Müllkippen aus Krankenhaus- und Hotelmüll nach Essbarem suchen. Kinder, die mit nackten Füßen inmitten von Glasscherben und Metallresten spielen. Mausoleen, die letzter Zufluchtsort für ganze Familien geworden sind. Mädchen und Jungen, die auf nackten Grabsteinen schlafen. Alexander war mit seiner Kamera mitten unter ihnen. Neben der grausamen Realität hat er aber auch die Hoffnung in den Augen der Mädchen und Jungen eingefangen. Meine persönliche Lieblingsaufnahme ist ein Bild mit einer Gruppe von Kindern, welche voller Kampfgeist und Stärke posieren. Jedes von ihnen eine kleine Persönlichkeit. Das Bild zeigt ihre Kraft, ihren Willen und all ihre Zuversicht und motiviert uns, unser Engagement in der Zukunft auch weiterhin auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen zu konzentrieren.

 

Ich möchte mich ganz herzlich bei Alexander bedanken, dass er mit seinen eindrucksvollen Bildern den Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, ein Gesicht gibt.

 

Gisela Wirtgen
Gründerin der Aktionsgruppe Kinder in Not e.V.